Für diesen Test habe ich mir wirklich sämtliche Daumen gedrückt, denn ich bin – wie sicherlich ganz viel von euch – eine absolute Nageltante 🙂 Ich liebe gepflegte und lackierte Fingernägel! Das große Problem ist auch bei mir, dass sich meistens nach 24 h die erste Tipwear einstellt und dann sehen die Nägel in null Komma nix unansehnlich aus. Das soll nun dank SENSATIONAILS der Vergangenheit angehören.

 

Der Hersteller verspricht eine Maniküre für 2 Wochen! Mit sensationellem Ergebnis, sensationellem Glanz und sensationeller Haltbarkeit! Die Nägel sollen gleich zu 100% trocken und somit quasi sofort einsatzbereit sein. Dazu kommt, dass der Gel-Lack selbst nach 2 Wochen genauso hochglänzend und farbintensiv sein soll, wie am ersten Tag. Auch die Anwendung soll absolut einfach sein und in nur 3 Schritten erfolgen. Mädels, das klingt doch sensationell und wie für uns gemacht!

 

In der Anleitung, die man ja bereits bei der Produkttester-Suche sehen konnte, sieht ja wirklich alles total einfach und unkompliziert aus. Umso mehr hab ich mich gefreut, als die Zusage kam und ich diese Neuheit für euch testen durfte. Ich begann mich im WWW nach dieser Neuheit umzusehen und bin auf die unterschiedlichsten Meinungen gestoßen. Das hat mich diesem Test dann weniger euphorisch, sondern doch eher kritisch und vorsichtig gegenüber treten lassen. Aber der Reihe nach.

 

Mein Testpaket enthielt das Starter Kit red scarlet, eine Packung Gel Polish Removel Wraps und das Gel Polish Removel Tool.

 

Mein Test-Set
Aufgebaut sieht das Starter Kit red scarlet dann so aus:

 

Starter Kit red scarlet

 

Von links nach rechts seht ihr den Gel Cleanser, den Gel Primer, den Gel Farblack in scarlet red, den Gel Base & Top Coat, die LED Lampe, Reinigungspads, Feile und Manikürestäbchen.

 

LED Lampe LED Lampe Rückansicht

 

Die LED Lampe ist wirklich sehr handlich und hat die zarten Maße von ca. 10x12x7,5 cm. Man kann sie also locker verstauen. Dabei ist auch ein Netzteil, mit dem ihr die Lampe mit Strom versorgt wird. An der Rückseite befinden sich der Stecker für das Netzteil und der Ein- und Ausschalter. Um euch zu zeigen wie kompakt das Ganze ist, hab ich alles in eine typische leere Beautybox gepackt. Ihr braucht also wirklich nur ein kleines Plätzchen für euer persönliches Nagelstudio 😉

 

verstaut

 

Das A und O bei jeder Maniküre ist die Vorbereitung. Zum einen sollte man sich alles zurechtlegen, damit man in einem Zug durcharbeiten kann und zum anderen müssen die Nägel in Form gebracht werden. Momentan bin ich mit meinen Naturnägeln wirklich zufrieden. Sie sind recht kräftig, splittern kaum und sehen auch pur ganz gut aus.

 

Arbeitsplatz meine Nägel pur

 

Es wird übrigens empfohlen, mit den Daumen zu beginnen und erst im Anschluss die übrigen vier Finger zu bearbeiten. Das ist einfach praktisch, da man beide Daumen gleichzeitig in die LED Lampe legen kann. Dann kann es auch schon mit dem ersten Schritt losgehen. Mit der rosa Seite der mitgelieferten Feile wird die Nageloberfläche leicht angeraut. So hält der Gel-Lack einfach besser. Dann wird der Staub entfernt und der Nagel mit dem Gel Cleanser mittels Reinigungspad gereinigt.

 

Nagel anrauen Gel Cleanser

 

Jetzt kommt eine dünne Schicht Gel Primer auf den Nagel, am besten nur kreisförmig am äußeren Rand des Nagels. Dadurch soll sich der Gel Lack später leichter wieder entfernen lassen. Das Pinselchen hier ist sehr kurz und sehr starr, was ich persönlich gewöhnungsbedürftig fand.

 

Gel Primer

 

Nach dem Gel Primer fängt die eigentliche Maniküre an. Es wird eine dünne Schicht Gel Base & Top Coat aufgetragen. Im Video sieht man, dass eine „Pinselladung“ für mehrere Nägel reicht. Als ich das sah dachte ich zunächst, dass das nie und nimmer reicht. Aber es reicht! Man benötigt wirklich wenig, das Gel lässt sich sehr gut auftragen und verteilen. Wichtig ist, dass man damit nicht an die Nagelhaut kommt und auch die Nagelspitzen nicht vergisst. Sollte doch mal was daneben gehen – einfach mit dem Manikürestäbchen säubern.

 

Gel Base Top Coat

 

Dann ab mit der Hand (Daumen einzeln oder danach die vier Finger gemeinsam) in die LED Lampe zum Aushärten und zwar für 30 Sekunden. Man braucht hier nicht auf eine Stoppuhr zu schauen, das Einhalten der erforderlichen Zeit wird einem wirklich leicht gemacht. Oben auf der Lampe seht ihr einen kleinen grauen und rechteckigen Knopf. Durch Drücken dieses Schalters springt die Lampe für 60 Sekunden an. Nach 30 Sek ertönt ein Piepton, nach weiteren 30 Sek geht sie einfach aus.

 

Jetzt bekommen die Nägel, so denn man möchte, ihren Farbanstrich. Der Lack muss kräftig durchgeschüttelt werden, damit er geschmeidiger wird und sich besser auf dem Nagel verteilen lässt. Auch hier wird wieder eine dünne Schicht aufgetragen. Dazu den Pinsel gut am Fläschenrand abstreifen. Beim ersten Nagel habe ich den Lack noch genauso aufgetragen, wie ich das bei „normalem“ Lack mache, also nicht zu sparsam. Durch die untere Gel Schicht lässt sich dieser Gel Lack jedoch besser verteilen und man benötigt tatsächlich weniger. Auch hier nicht die Nagelspitze vergessen. Hat man alle Finger lackiert, wird der Lack für 60 Sek in der Lampe ausgehärtet. Für ein farblich tolles Ergebnis diesen Schritt noch mal wiederholen.

 

Im Anschluss daran kommt eine dünne Schicht Gel Base & Top Coat auf die Nägel um sie zu versiegeln und damit haltbar zu machen. Auch hier ist wieder an die Nagelspitze zu denken und den Nagelrand ggf. mit dem Manikürestäbchen zu säubern. Macht man das nicht, klebt der Gel Base & Top Coat hässlich an. Für 30 Sek kommt die Hand nun noch mal zum Aushärten in die LED Lampe.

 

Zu guter Letzt wird die noch feuchte Nageloberfläche mit einem Reinigungspad und dem Gel Cleanser gereinigt. Fertig.
Bei mir sah das am Ende nach knapp 1,5 Stunden dann so aus:

 

das Ergebnis

 

Mir gefällt das Ergebnis wirklich gut! Die Farbe ist satt und glänzt fantastisch. Der Nagel sieht ebenmäßig aus und fühlt sich toll an. Glatt und gestärkt. Wer schon mal Gel-Nägel hatte kennt das.

 

Mein Fazit zur Durchführung der Maniküre :

 

Grundsätzlich zähle ich mich zu den geübten Nageltanten. Ich lackiere oft, gut und schnell. Korrekturhilfen wie Nagellackentfernerstift brauche ich so gut wie nie. Die Zeiten, die man hier zum Aushärten in der LED Lampe benötigt, gaukeln eine absolut schnelle und einfache Anwendung vor. Allerdings macht das Aushärten nur einen Bruchteil der Maniküre aus. Man muss verhältnismäßig viel Zeit investieren, zumindest so lang, bis man eine gewisse Routine entwickelt hat.

 

Dazu kommt, dass hier absolut Fingerspitzengefühl gefragt ist! Zwar kann man kleine Patzer mit dem Manikürestäbchen ausgleichen, das jedoch nur begrenzt. Grobe Ausrutscher, insbesondere bei dem Gel Farblack, werden hier nicht verziehen und sind kaum rückgängig zu machen. Wer also grundsätzlich einen Nagellackentfernerstift benötigt um seine Maniküre ansehnlich zu machen, der sollte vor Verwendung dieses Sets dringend das Lackieren üben!

 

Die Haltbarkeit:

Grundsätzlich verspricht der Hersteller eine Maniküre für 2 Wochen. D.h. ich erwarte, dass meine manikürten Nägel bis zum Ablauf von 2 Wochen gut und gepflegt aussehen und dass der Lack in einwandfreiem Zustand bleibt, also z.B. nicht absplittert und sich auch kein Tipwear einstellt. Was Letzteres angeht hat Sensationail meine Erwartungen voll und ganz erfüllt! Hier mal der Zwischenstand nach gut 10 Tagen:

 

nach 10 Tagen

 

Wie ihr sehen könnt ist der Lack an sich in einwandfreiem Zustand. Die Farbe ist nach wie vor satt, die Oberfläche glänzt und an den Nagelspitzen ist wirklich kaum etwas vom Nagel zu sehen. Super! Aber: betrachtet man den unteren Nagelrand sieht man das Manko. Der Gel Lack franst dort aus und wird unansehnlich. Ich habe nun wirklich sehr sauber und präzise gearbeitet (hier kamen mir meine 2 Jahre der DIY Gelmodellage zu gute) und dennoch werden die Ränder durch das Nagelwachstum unschön. Hier zeigt sich, dass man mit wirklich sehr wenig Gel Lack arbeiten muss, um fließende Übergänge zu schaffen, die sich beim Wachsen des Nagels nicht abheben, was leider bei mir der Fall war. Ok, es war der erste Versuch – es geht sicher mit Übung besser. Nach 10 Tagen war es bei mir jedoch so, dass ich sehen und fühlen konnte, wo der Gel Lack beginnt und mitunter z.B. am Handtuch hängen geblieben bin. Das gefiel mir gar nicht, also habe ich die Entfernung in Angriff genommen.

 

Die Entfernung:

 

Hiervor, ich geb’s zu, hat es mir wirklich gegraut. Ich habe auf diversen Blogs die unterschiedlichsten Meinungen dazu gelesen. Einige meinten, die Entfernung würde länger dauern als die Maniküre an sich, andere berichteten von völlig angegriffenen Naturnägeln bis hin zu einem super Ergebnis. Ich hatte wirklich Bedenken, dass meine Nägel nach dem Entfernen des Gel Lacks erst einmal eine Erhohlungskur brauchen. Ob dem so ist, sehen wir gleich.

 

Zubehör zum Entfernen Entfernertool

 

Auch hier gilt: Vorbereitung ist alles! In der Anleitung steht, dass man die Gel Polish Removal Wraps verwenden und das Pad mit Aceton tränken soll. Mittlerweile haben die meisten von uns acetonfreien Nagellackentferner zu Hause und ich habe überlegt, ob ich hier einfach einen acetonhaltigen verwenden soll. Allerdings hört sich die Anweisung für mich so an, als ob man hier reines Aceton verwenden soll. Also hab ich mir ein solches besorgt.

 

Aceton

 

Beim Arbeiten mit reinem Aceton ist es wichtig, dass man den Behälter immer wieder verschließt. Zum einen weil reines Aceton schnell verdampft und zum anderen weil die Dämpfe nicht soooo super gesundheitsförderlich sind. Bei den wenigen Mengen die man für unser Vorhaben benötigt, ist es aber völlig unbedenklich. Zum Schutz der Nagelhaut habe ich meine Finger rundherum mit einer herkömmlichen Fettcreme (zb. Nivea oder Bebe) eingerieben.

 

Removal Wraps

 

Auf den Wraps befinden sich kleine Pads die mit dem Aceton getränkt werden. Das Pad wird dann auf den Nagel gelegt und der Rest (Alufolie) um den Finger gewickelt. Das dient dazu, dass die sich entwickelnde Wärme nicht entweicht. Nach 10 bis 15 Minuten soll das Aceton den Gel Lack gelöst haben, so dass man mittels dem sog. Removal Tool den Rest des Gel Lackes sanft entfernen kann. So die Theorie.

 

nach der Aceton-Behandlung

 

Man sieht ganz gut, dass sich der Lack an einigen Stellen gehoben hat. Es ist allerdings nicht so, dass man den kompletten Gel Lack nun völlig mühelos abheben oder abreiben kann. Auch mit dem Tool muss man schaben bzw. den Lack nach vorn vom Nagel herunter schieben. Bei mir ging das ganz gut und es hat auch nicht sehr lang gedauert.

 

nach dem Entfernen

 

So sieht’s direkt nach dem Entfernen aus. Ihr könnt auch sehen, dass ich den Lack in Streifen herunter schieben konnte. Im Anschluss kommt die 4-fach Nagelfeile zum Einsatz. Mit der dunklen Seite kann man Rückstände entfernen – hier aber bitte Vorsicht walten lassen, denn die Seite ist ziemlich grob und man erwischt schnell den gesunden Nagel! Die rosa Seite (smooth) ist etwas sanfter und der Nagel lässt sich damit glätten. Meine Nägel sahen nun annähernd so aus, wie ganz am Anfang dieses Berichts, nur eben etwas rauer durch das Anrauen vor der Maniküre. Aufatmen meinerseits – meine Nägel haben keinen Schaden genommen! Ich habe danach ein ölhaltiges
Handpeeling verwendet um die letzten kleinen Fitzelchen zu entfernen und die Nägel gleich etwas zu pflegen. Nun könnte man, ohne erneutes Anrauen, mit Cleaner und Primer wieder von vorn anfangen.

 

Mein Fazit zur Entfernung der Maniküre:

 

Mich persönlich hat am meisten das „wegbuffern“ der Nageloberfläche mit der kleinen Feile gestört. Ich empfinde das als sehr unangenehm, das ist aber meine persönliche Wahrnehmung. Ich reagiere z.B. auch empfindlich auf Styropor oder Fingernägel an der Tafel. Ihr wisst was ich meine. Hier kann man auch eins dieser elektrischen  Nagelpflegetools verwenden, die es für wenig Geld im Drogeriemarkt gibt. Die Removal Wraps finde ich recht unhandlich, man kann alleine keinesfalls beide Hände gleichzeitig bearbeiten. So kommt auch die recht lange Arbeitszeit zustande. Am besten ist, man hat eine Freundin zur Seite, die schnell die zweite Hand einwickelt. Eine gute, praktischere und kostengünstiger Alternative zu den Removal Wraps sind in meinen Augen normale Wattepads und Alufolie. Dann gestaltet sich das Wickeln auch nicht so starr.

 

Das Entfernen mit dem Tool geht recht gut, mutet zunächst aber ziemlich marzialisch an. Man darf nicht zu doll aufdrücken, aber mit etwas Fingerspitzengefühl ist es wirklich schnell gemacht und die Nägel werden nicht übermäßig strapaziert. Es ist eben etwas völlig anderes als ein normaler Nagellack, dessen muss man sich bewusst sein.

 

Abschließend kann ich sagen, dass ich die Sensationail Maniküre nur bedingt weiterempfehlen kann. Da die Anwendung doch recht Zeitintensiv ist, wobei man mit jeder Anwendung sicher mehr Routine bekommt, ist es nix für eben mal so. Ich kann mir jedoch sehr gut vorstellen, dass man sie zb. vor einem Urlaub oder einer Geschäftsreise macht, wo man dann eher keine Gelegenheit hat sich ständig um seine Nägel zu kümmern. Meiner Meinung nach ist es definitiv nichts für absolute Anfänger. Frau sollte auf jeden Fall Übung im Lackieren haben.
Was mir gut gefällt, und was auch für mich hier eher in Frage kommt, ist, dass man den Gel Farblack grundsätzlich auch weglassen und seine Nägel durch den Gel Base & Top Coat einfach verstärken kann. So sehen sie natürlich und gepflegt aus, auch ohne Farbe. Vorteil: man kann auch mal die Farbe wechseln 😉 Hier dann aber drauf achten acetonfreien Nagellackentferner zu verwenden!

 

Kosten:
Starter Kit – 69,99 Euro
Farblacke – 17,99 Euro
Removal Wraps – 10,99 Euro
Removal Tools – 4,99 Euro