Geheimnisse des Parfums

Das Bestreben, auf Mitmenschen attraktiv und betörend zu wirken, zieht sich quer durch alle Zeitepochen und Gesellschaften. Mindestens zu festlichen Anlässen  oder zum gepflegten Ausgehen verlassen wir nicht ohne unser Duftwasser auf der Haut zu tragen das Haus. Für viele Frauen und Männer gehört der Spritzer Parfum auf Hals und Handgelenke zum selbstverständlichen Morgenritual. Mit dem persönlichen Parfum fühlen wir uns gepflegt und schön und möchten von anderen so wahrgenommen werden.

In unserer Nase befinden sich Zellen, die Gerüche erkennen können. Unser Gehirn schlüsselt uns auf, um was für Duftnoten es sich handelt. Interessant bei der Verwendung von Duftwässern: Parfum ist eine individuelle Wahl. Es riecht, da es sich mit dem eigenen Hautgeruch verbindet, an jedem Menschen anders. Tests haben ergeben, dass das Duftwasser der persönlichen Wahl mit dem eigenen Duft eine harmonische Komposition ergibt. Verwendet man hingegen ein Parfum, das einem persönlich nicht zusagt, ist das Ergebnis des Zusammenspiels mit dem Eigengeruch eine Disharmonie.

Die frühesten Beweise für Parfumherstellung gehen bis in biblische Zeitalter zurück. Die oberste Gesellschaftsschicht Ägyptens benutzte schon vor 4000 bis 7000 Jahren Parfum zwecks Körperpflege oder Aromatherapie. Über die Handelswege gelangten diese duftenden Essenzen in den asiatischen, afrikanischen und mediterranen Raum.

Bei der Herstellung von Parfum werden Stoffe pflanzlicher, tierischer und chemischer Herkunft in Alkohol gelöst. Der Parfumeur hat für seine Duftkompositionen eine Palette von circa 2000 natürlichen, naturidentischen oder synthetischen Duftstoffen zur Auswahl. Zu beachten bei der Parfumherstellung ist, dass das Parfum für einen stimmigen Duftverlauf Essenzen für drei verschiedene Ebenen benötigt: Kopfnote, Herznote und Basisnote.

Die Kopfnote ist der erste Eindruck, den wir von einem Parfum wahrnehmen. Sie besteht aus sich schnell verflüchtigenden frischen Zitrusölen wie Grapefruit oder Bergamotte. Der Kopfnote folgt die Herznote. Diese wird von blumigen, holzigen und würzigen Duftvarianten bestimmt. Die Herznote wird von unseren Nasen erst nach etwa 15 Minuten wahrgenommen. Je nachdem ob es sich um ein Parfum für Damen oder Herren handelt, können sich Essenzen wie Jasmin, Flieder, Orangenblüten, Zimt, Moschus, Süßholz oder Myrrhe in der Herznote wiederfinden.

Die Basisnote taucht zum Schluss des Duftverlaufs auf. Sie ist langanhaltend und enthält Auszüge animalischer Substanzen und erlesener Balsame wie etwa Weihrauch. Die Basisnote ist noch nach Stunden präsent. Sie ist es, die ein Parfum zu einem wirklich guten Parfum macht. Die Basisnote bestimmt den eigentlichen Charakter des Parfums.

Das Wirkungsfeld von Düften reicht über die bloße kosmetische Anwendung hinaus. Während der Wirren des ersten und zweiten Weltkrieges erforschte der französische Chemiker und Parfümeur Rène Maurice Gattfossè die Wirkung ätherischer Öle eingehend und erfand den Begriff der Aromatherapie.